Auf den Spuren des Apostel Paulus!
Ephesus! Stadt-Geschichte
73 km südlich von Izmir, dem antiken Smyrna, bei dem Städtchen Selcuk, lag Ephesus. Zu besichtigen waren hier der Kastellhügel mit der Johannesbasilika, dem Tor der Verfolgung, die Isa-Bey Moschee an seinem Fuß und die Stätte des Artemisions, das archäologische Museum und das eigentliche Stadtgebiet von Ephesus, sowie südlich auf dem Ala dag das Wohn- und Sterbehaus der Gottesmutter Maria.
Erstbesiedelt wurde Ephesus durch Karer und Phönizier, die der Erdmutter und Fruchtbarkeitsgöttin Kybele ein Heiligtum erbauten, einer sitzenden Göttin mit großem Bauch und großen Brüsten.
Ende des 11. Jahrh. v. Chr. eroberten die Griechen die Siedlung. Androklos, ihr Führer verlegte die Stadt 7 Stadien weiter westwärts an den Hang des Pionberges. Die günstige Lage an der Mündung des Kaistros, des heutigen Büyük Menderes, die fruchtbare Ebene und der Hafen, von dem eine Handelsstraße weit ins Landesinnere führte, ermöglichten einen raschen Aufschwung. Doch Neider zerstörten die Stadt des öfteren und 555 v. Chr. zwang König Krösus die Einwohner die Stadt aufzugeben und in der Nähe des Artemisions neu anzusiedeln.
Eine große Gefahr drohte der Stadt durch die Verlandung des für sie lebensnotwendigen Hafens. So verlegte Lysimachos die Stadt noch einmal an den südlicher gelegenen Nachtigallenberg. Außerdem wurde ein Hafenbecken ausgehoben, das der Stadt für etwa 300 Jahre freien Zugang zum Meer verschaffte.
Außerdem wurde die Stadt mit einer 9 km langen, 6 m hohen Mauer umgeben. Die Nachbarhäfen Lebedos und Notion wurden zerstört und so die Menschen gezwungen, sich in Ephesus, das damals Arsinoea hieß, anzusiedeln. In dieser Zeit wurden 200 000 Einwohner gezählt.
Ephesus kam in den Besitz der Pergamener und dadurch später unter römischer Herrschaft. Zur Zeit Tiberus erlitt Ephesus durch ein Erdbeben schweren Schaden. Kaiser Hadrian baute einen Kanal zum Meer.
Auf seiner dritten Missionsreise gelangte Apostel Paulus zum zweitenmal nach Ephesus. Er stieß hier auf heftigen Widerstand der Silberschmiede, die mit dem Verkauf von silbernen Artemisbildern, gute Geschäfte machten. So hetzte Demetrios im großen Theater das Volk gegen Paulus auf. (siehe ApG.19) und erneut kam der Apostel ins Gefängnis.
Der Lieblingsapostel von Jesus, Johannes lebte eine zeitlang in Ephesus und starb dort. Über seinem Grab ließ Justinian später die große Johannesbasilika errichten.
Ephesus war eine touristische Stadt und hatte schließlich 500 000 Einwohner, die sich in der Antike bei Straßenbeleuchtung amüsieren konnten.
Im Jahr 262 n. Chr. zerstörten die Goten die Stadt und den Artemistempel, eins der sieben Weltwunder!
Ephesus wurde wieder aufgebaut, erlangte seine Bedeutung aber nicht wieder, da kein Zugang zum Meer geschaffen werden konnte. In byzantinischer Zeit wurde Ephesus noch einmal befestigt. 431 fand in der noch erhaltenen Doppelkirche der Maria, ein großes Konzil statt. Im Jahr 449 behandelte eine weitere stürmisch verlaufende Bischofsversammlung, die sogenannte "Räubersynode" den Monophysitismus, die Lehre von der göttlichen Natur Christi.
Im 14. Jahrh. herrschten die Seldschuken von Aydin und bauten die Isa-Bey Moschee.

01.10.2000 ©Gabriele Berg