Hacibektas Veli, alewitischer Wallfahrtsort!


Hacibektas Veli lebte von 1247 - 1337. Er war während der Selcuken-Zeit vom Iran nach Anatolien gekommen und war ein türkischer Denker, Philosoph und Begründer der Bektasi-Sekte. Die Alewiten verehren Ali, den Schwiegersohn von Mohammed. Hacibektas und seine Schüler verbreiteten eine Denkensart, die in der ganzen Türkei heute noch bei einer meist im ländlichen Raum angesiedelten Minderheit maßgeblich ist.


Hacibektas Thesen lauten:
Unter der Anleitung Suchen und Finden heißt es:
1. Unterrichte die Frauen
2. Selbst, wenn du verletzt wirst, verletze keinen anderen
3. Geduld pflastert den Weg zum Ziel
4. Das Streben nach Wissen ist allen offen
5. Was immer du suchst - such es in dir
6. Sei Meister über deine Taten, Worte und Leidenschaften
7. Der Weise ist arm und läutert dadurch andere
8. Respekt vor den Anderen ist die Grundlage des Bewußtseins
9. Die Schönheit eines Menschen spiegelt sich in seiner Sprache wider
10. Verlange nichts von anderen, was du schwer für dich empfindest
11. Sei nicht willkürlich gegen eine Person oder einem Volk
12. Nur die Gelehrsamkeit führt aus der Finsternis
13. Geprießen sind die, deren Erleuchtung die dunklen Gedanken vertreiben
14. Vergiß nie, daß deine Feinde auch Menschen sind
15. Auch Propheten und Heilige sind Gottes Gabe an die Menschen


Ausländische Touristen haben wir vor dem Eingang zum Derwischkloster, das heute ein Museum ist, nicht gesehen.
Hacibektas, war ein türkischer Denker und Philosoph, der während der selcukischen Zeit nach Anatolien kam. Er ist der Begründer der Bektasi-Sekte, die zentralasiatisch-türkische Tradition und islamische Idee predigte. Die Dichter und Nachfolger, die in entsprechenden Schulen mit dieser Denkweise bekannt wurden, faßten ihre Werke in türkischer Sprache ab und so konnten sie in die Gegenwart gerettet werden.

Nachdem man einen kleinen Vorhof durchschritten hat, gelangt man zu einem Arkaden gesäumten, zweiten Hof.
Gleich rechts, in einer Nische steht der Löwenbrunnen. Erbaut wurde er im 16. Jahrhundert in Ägypten und gelangte als Votivgabe nach Hacibektas. Der Löwe symbolisiert Ali, den Schwiegersohn Mohammeds, der von den Alewiten als einziger, rechtmäßiger Nachfolger des Propheten angesehen wird.
Im Innenhof befindet sich ein großes Wasserbecken für die rituellen Waschungen, die vor den Gebeten verrichtet werden müssen, erst dann durfte man die heiligen Räume betreten. Hier der Eingang zum Zeremonienraum. Hier fanden die Gelübdefeiern statt. Die Novizen legten hier vor den Augen des Volkes den heiligen Eid ab, Herr über ihre Hände, ihre Zungen und ihre Lenden zu sein.
Stiller wird es im 3. Hof, indem ein kleiner Friedhof liegt.

Tritt man weiter in den Hof, steht man vor einem altersschwachen Maulbeerbaum, dessen Geäst vollgespickt ist mit Stoff- und Papierstreifen. Sie werden symbolisch für ihre Wünsche, von den gläubigen Besuchern angebracht. Die Tekke wird vornehmlich von Pilgern aufgesucht. Die Atmosphäre in der Anlage mit ihren Höfen, Brunnen und Bäumen ist von Religiosität geprägt.
Die velangt auch von uns Rücksicht und so ziehen wir selbstverständlich im Vorraum der Türbe (Grabmal) die Schuhe aus, wie es im Islam Vorschrift ist.

Die verschiedenen Räume sind mit herrlichen Wandmalereien verziert.

Besonders natürlich der Raum, in dem der Sarg von Hacibektas Veli steht. Er ist mit grünem Stoff, der Farbe des Islam bedeckt. Medaillons, Kalligraphien und Blumenmotive zieren die Wände und die Decken. Erbaut wurde das Grabmal 1344, 7 Jahre nach dem Tode des Ordensstifters.

Hier sind wir nun im Raum der <40>. Das Prunkstück unter den ausgestellten Objekten ist ein 40 armiger Kandelaber, der die 40 Weggefährten Hacibektas symbolisiert. Tanzzeremonien mit 40 Derwischen fanden hier statt. Zu polyphoner Musik und Chorgesängen drehten sich die Tänzer im Kreis, bis sie in Trance fielen. Ob die Urform dieses Tanzes auf die Himmelfahrt Mohammeds zurück zu führen ist, darf bezweifelt werden. Die Gruppe der 40 Begleiter soll damals vom Wein berauscht diesen Tanz kreiert haben.
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01.10.2000 ©Gabriele Berg