Hattusa, Hauptstadt der Hethiter!
So 4 - 5 Stunden Fußmarsch muß schon eingerechnet werden, wenn man die Anlage besichtigen will. Die Anlage ist so groß und weitläufig, daß wir froh waren, mit dem Auto alles erfahren zu können. Zuerst erreicht man die riesige Tempelanlage, die durch Straßenzüge geteilt war. Mehrere tausend Tontafeln mit Keilschrift sind hier gefunden worden.
Heute sieht man noch die Wasserbecken für die rituellen Waschungen und
ein von Pharao Ramses II. geschenkter Jadestein, der als Altar diente.
Die großen Tongefäße haben teilweise ein Fassungsvermögen von 3000 Litern. Wahrscheinlich dienten sie der Vorratshaltung, eventuell auch zur Unterbringung der Staatsschätze.
Die Eingangstore waren bei den Hethitern meist von steinernen Löwen bewacht. Außerdem bestand ein Tor aus drei nacheinander angeordneten Türen, die jede einer Gottheit geweiht war - einer Art Dreifaltigkeit!![]()
Ungefähr nach eineinhalb Kilometer in südlicher Richtung erreicht man die Stadtmauer mit dem Löwentor. Die Löwen sollten alle schlechten Einflüsse von der Stadt fernhalten. Es sind noch die originalen Löwen und obwohl die Verwitterung Schaden anrichtet, kann man sehen, daß sie bis auf einzelne Fellhaare genau gearbeitet wurden.
Der Weg führt an der Stadtmauer entlang zum Yerkapi oder Erdtor. Links und rechts des Tores standen einst 2 Sphinxe aus poliertem Kalkstein, von denen eine sich in Istanbul und die andere in Berlin befindet. Welche Bedeutung dieses Tor in der Verteidigung der Stadt hatte, zeigt ein nach außenführender, 70 m langer Tunnel, an dessen äußeren Ende noch der Sitz des Stadtwächters auszumachen ist.
Beachtenswert ist die Konstruktion, weil die Hethiter im Gegensatz zu anderen Hochkulturen ihrer Zeit, keinen Rundbogen kannten Die Stadtmauer führte pyramidenartig um die Stadt und war mit polierten Steinplatten belegt, die es jedem Angreifer schwer machte, sie zu überklettern.
Von hier hat man einen guten Überblick über die ganze Anlage. Durch das Königstor führt der Weg zum Büjükkale, der großen Burg, der ehemaligen Residenz der hethitischen Herrscher. Hier kreisen heute noch die Adler.Das Innere bestand aus zahlreichen Einzelbauten, Zisternen und Höfen. Die Burg war von einer dicken Mauer umgeben, die sich im Osten geschickt dem Verlauf des Felsabhanges anpaßt. Hier fand man auch das hethitische Staatsarchiv mit 10.000 Keilschrift-Täfelchen, darunter der berühmte Friedensvertrag, den Großkönig Hattuschili III. mit Ramses II. von Ägypten 1270 v. Chr. geschlossen hatte.
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01.10.2000 ©Gabriele Berg |