Auf den Spuren des Apostel Paulus!
Das Wohn- und Sterbehaus der Heiligen Maria!
Der einzige, von den vielen Hügeln um Ephesus, der auch im heißen Soomer immer grün bewaldet war, war der Ala dag.
Vom Parkplatz aus hatten wir einen wunderbaren Blick hinunter in die Ebene und die Stadt Selcuk. Im Westen sah man das Meer und die Insel Samos. Vorbei an einer Pilgerherberge, einem Postamt und einer Gendameriestation gelangten wir in ein kleines Tal. Hier ist ein einfaches Steingebäude, das angebliche Wohn- und Sterbehaus Mariens.
Eine Tafel gibt Auskunft: Erläuterungen über das Heiligtum!
Dieser Ort wird als die letzte Wohnstätte der heiligen Jungfrau Maria, Mutter unseres Herrn Jesus Christus betrachtet.
Tatsachen aus der hlg. Schrift:
Im Johannes Evangelium lesen wir, daß der Heiland am Kreuz vor seinem Tod, dem Jünger Johannes seine Mutter anvertraute: "Siehe da deine Mutter"...... und "von dieser Stunde an, nahm er sie zu sich".......Die Apostelgeschichte erzählt, wie nach der Auferstehung Christi, die Verfolgung in Jerusalem wütete. Der hlg. Stephanus wurde im Jahr 37 gesteinigt, der hlg. Jacobus im Jahr 42 enthauptet. Zur gleichen Zeit teilten die Apostel ihre Wirkungsbereiche in der Welt ein, wo sie das Evangelium verkünden wollten. Dem hlg. Johannes wurde Kleinasien zugeteilt und es ist höchst wahrscheinlich, daß er wegen der Verfolgung in Jerusalem, die Muttergottes mit sich nahm.
Geschichtliche Bestätigung:
Es gibt 2 Beweise:
- Das Vorhandensein des Grabes des hlg. Johannes in Ephesus.
- Das Konzil, das 431 in Ephesus abgehalten wurde um das Dogma von der Gottesmutterschaft der hlg. Maria festzulegen.
Die Kirche, in der dieses Konzil abgehalten wurde, war die erste auf der Welt, die Maria geweiht war. Die Konzilsväter sagen an einer Stelle, wo sie über Nestorius sprachen: "Nachdem er in Ephesus angekommen war, dort, wo der Theologe, der hlg. Johannes und die hlg. Jungfrau Maria, die Muttergottes..........."
Schließlich findet man auch eine Bestätigung in der mündlichen Überlieferung, die getreulich von den orthodoxen Einwohnern des Dorfes Kirkindche bewahrt wurde.Diese Einwohner, Abkömmlinge der ersten Christen von Ephesus, kamen jedes Jahr am Maria Himmelfahrtstag zu Wallfahrten hierher, um das "Entschlafen Marias" zu feiern. Sie hatten von ihren Vorfahren den Glauben überliefert bekommen, daß Maria an diesem Ort lebte und starb, den sie Panayakapulu nannten.
Die Wiederentdeckung:
Im vorigen Jahrhundert erschien ein Buch: "Das Leben der allerseeligsten Jungfrau", geschrieben nach den Offenbarungen, die eine deutsche Ordensfrau: Kathatina Emmerich, erhalten hatte.
Diese Nonne, die niemals an diese Orte gekommen war, beschrieb mit einer erstaunlichen Genauigkeit den Hügel von Ephesus, das Haus, wo sie die letzten Jahre der Muttergottes in ihren Visionen ablaufen sah. Diese Buch gab Anstoß zu zwei wissenschaftlichen Expeditionen (1891 welche die Stelle und die Ruinen fanden, die vollständig mit den Angaben der Katharina Emmerich übereinstimmten.
Die Kapelle:
Sie wurde aus den Resten des Hauses der Muttergottes errichtet. Die Fundamente stammen aus dem 1. und 3. Jahrhundert. Das übrige Gebäude ist jüngeren Ursprungs. Die letzte Restaurierung wurde 1951 durchgeführt.
Als Papst Paul VI. im Juli 1967 in der Türkei weilte, besuchte er auch das Sterbehaus der Maria und bestätigte den Wallfahrtsort.
ist ein kuppelgedeckter Steinbau. Deutlich heben sich die neueren Steinschichten der späteren Restaurierung gegen die alten aus byzant. Zeit ab. Man hat Material aus dem 7. Jahrh. verwendet. Zuerst betritt man einen kleinen Vorraum, wo zwei ältere Schwestern Kerzen bereithalten, ohne einen festen Betrag zu verlangen.
Der Hauptraum ist dunkel und an seiner Schmalseite befindet sich eine Apsis, in der ein Altar steht. Rechts neben dem Altar liegt ein Nebengemach, das Katharina Emmerich als Schlafzimmer der Maria bezeichnete. Der links vom Altar befindliche Raum ist eingestürzt und kann nicht betreten werden.
Katharina Emmerich berichtete auch, daß Maria einen Kreuzweg, ähnlich dem Jerusalemer, gegangen war und daß das eigentliche Grab der Maria an dessen Ende zu finden sei.Aber alle Nachforschungen sind bisher erfolglos geblieben. Vertreten ist ebenso die Meinung, daß das Grab Mariens in der Nähe des Johannesgrab zu suchen sei.
Zu sagen wäre noch, daß die Überlieferung der byz. Kirche als sicher annimmt, daß die hlg. Maria Magdalena in einem der Kellergräber der Siebenschläfer bei Ephesus begraben wurde. Auch dies ist seit dem 6. Jahrh. eine bedeutende Pilgerstätte.
Eigentlich egal, ob man es nun glaubt oder nicht - schön ist auf jeden Fall, daß es da eine Stätte gibt, an der Christen wie Moslems einer Mutter huldigen, deren Sohn entscheidendes für die Menschheit getan hat. Auch die Moslems verehren Maria, als Mutter eines großen Propheten. Isa, also Jesus ist hoch angesehen, gerade bei gläubigen Moslems, denn sie glauben, daß Gott immer wieder einmal Propheten beauftragt hat, den Menschen den Glauben zu verkünden. Mohammed ist der letzte und für sie wichtigste. Uns hatte denfalls sie Stimmung an diesem Ort sehr beeindruckt.
01.10.2000 ©Gabriele Berg