nemrut dag

Der Nemrut dag und eine bald versunkene Region!

Zuerst besichtigten wir den Karakus Tumulus. Der künstliche Schotterkegel fällt schon von weitem auf.


Es handelt sich um das Grabmal dreier Damen aus dem Könighaus der Kommagene. Umrahmt wurde der 35 m hohe Tumulus einst von je einem Säulentrio im Süden, Nordwesten und Nordosten. Die Grabkammer im Innern wurde bereits im 1. Jahrh. n. Chr. geplündert.

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist die Römerbrücke über den Cendere Suyu. Seit 1800 Jahren versieht die unter Kaiser Septimus Severus erbaute Brücke ihre Dienste, ohne daß sie renovierungsbedürftig wäre. Der Bogen besteht aus 92 gleichmäßigen Steinquadern, von denen jeder 10 Tonnen wiegt. Früher standen an beiden Enden der Brücke je zwei Gedenksäulen, eine für den Kaiser, eine für Julia Domna, seine syrische Frau, je eine für die Söhne Geta und Caraculla. Die fehlende Säule des Geta ließ Caraculla abreißen, als er seinen Bruder töten ließ, um allein herrschen zu können. Zwei Jahre nach unserer Fahrt wird der aufgestaute Euphrat alles überflutet haben.

Eskikale war ein Sitz der Seleukiden. Zum Kultbezirk führt ein Prozessionsweg, an dem drei Großreliefs gefunden wurden. Hier steht auch die Figur des persischen Sonnengottes Mithras mit seinem Strahlenkranz.



Kurdische Frauen auf dem Weg zum Nemrut dag.
Der Aufstieg zum Gipfel des Nemrut dag war mörderisch. Es gab Mulis mit Führer zu mieten, aber für nicht Reiterfahrene ist auch das sehr beschwehrlich. Man kann sich dem Gipfel nur senkrecht nähern!


Wie gebannt standen wir dann auf der Ostterrasse. Ost- und Westterrassen sind bildgleich konstruiert. Jeweils mit dem Rücken zum Tumulus erhoben sich die großen Kultfiguren. Auf den beiden, seitlich davon angelegten Sockeln die Reliefs der väterlichen, persischen und der mütterlichen, seleukidischen Ahnengalerie von Antiochus I.

Seine Blüezeit erlebte das im 1. Jahrh. v. Chr. gegründete Königreich der Kommagener unter der Herrschaft des König Antiochus I. von 69 - 34 v. Chr.
Das berühmte Grabmal befindet sich auf dem Gipfel des 2150 m hohen Nemrut dag, der ersten Erhebung in nördlicher Richtung der mesopotamischen Ebene. Hier wurde ein Tumulus von 50 m Höhe und 150 m Durchmesser durch Abtragen des Gipfels und späterem Wiederaufschütten von Schotter geschaffen.
Adlerkopf, Löwenhoroskop, Dexiosis und Monumentreliefs sind nacheinander aufgereiht.
Einst saßen hier auf ihren Thronsesseln von links nach rechts: Apollo, die kommagenische Fruchtbarkeitsgöttin Tyche, Zeus, Antiochus I. und Herkules. Die Körper sind gut 9 m hoch.
Von hier aus hat man einen phantastischen Blick über die gesamte Osttürkei!

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01.10.2000 ©Gabriele Berg