Auf den Spuren des Apostel Paulus!

Die Kalk-Sinterterrassen von Pamukkale!

Unsere letzte Station auf der Spur des Apostel Paulus nahte und damit auch langsam das Ende unseres Urlaubes. Vorbei an Kolossai und Laodikea, wo leider nichts zu sehen war, fuhren wir nach Pamukkale, dem antiken Hierapolis.
Das Plateau verdankt seine Entstehung einem Quellteich, der schon seit antiker Zeit als Badebecken dient. Das Wasser der Quelle hat eine Temperatur von 35 Grad Celsius und ist stark Kalk- und Kohlensäurehaltig. Bei der Abkühlung an der Erdoberfläche verwandelt sich das Kalziumbikarbonat in das unlösliche Kalziumkarbonat, das wir aus jedem Wasserkessel als Kesselstein kennen.
Dieser Niederschlag baut den Kalksinter auf, der Terrassen und Wölbungen bildet. Das heilkräftig geltende Wasser lockte schon früh Siedler an. Aber erst 190 v. Chr. gründete der pergamenische König Eumenes die Stadt Hierapolis, gegen das makedonische Laodikea. Beide Städte lagen in Konkurrenz miteinander (siehe Kolosserbrief). In Laodikea entstand eine der sieben christlichen Gemeinden, die in der Apokalypse genannt werden.
Hierapolis entwickelte sich in römischer Zeit zu einer blühenden Stadt, deren Wirtschaftsgrundlage die Textilindustrie war.
17 n. Chr. wurde die Stadt von einem Erdbeben zerstört und rasch wieder aufgebaut. Sie war in christlicher Zeit Bischofssitz, wurde aber nach dem Seldschukeneinfall von ihren Bewohnern verlassen.
Nördlich und östlich der Stadt, entlang der Straße nach Ephesus, erstreckte sich einst die Totenstadt, die Nekropole, eine der größten, die uns aus der Antike bekannt ist. Sie hatte eine Länge von 2 km und man kann 3 verschiedene Grabbauten unterscheiden: Rundgräber, Steinsarkophage und Grabtempel.
Selbstverständlich besaß die Stadt Ruinen der Bauten, die die Römer immer anlegten, wie Theater, Bäder, Tempel, Gymnasien.
Hinter dem Theater fand man die Ruinen eines Martyriums, das nicht nur wegen der Architektur, sondern auch der christlichen Geschichte hohes Ansehen hatte.
Philippus, einer der 12 Apostel wurde in Hierapolis ermordet. Ihm zu Ehren wurde dieses Gebäude errichtet. Hier sollen auch seine Söhne bestattet worden sein. Es wird behauptet, daß Philippus zusammen mit seinen Söhnen in Hierapolis die christl. Gemeinde gegründet haben soll. Das Grab wurde bisher noch nicht gefunden. Das außerhalb der Stadtmauer liegende Gebäude besitzt einen sehr interessanten Aufbau.
Von dem achteckigen Mittelraum aus öffnen sich acht Rechteckkammern, die ein Viereck mit zahlreichen von außen zugängigen Zimmern umschließen. Die Anlage wird von einer breiten Treppe aus bestiegen. Durch eine Tür auf jeder Seite gelangt man in den Mittelraum. So zeichnet sich die Anlage durch einen Doppelkreuzplan aus. Das achteckige Mittelzimmer besaß ein Bleidach. Die umliegenden Räume ein hölzernes Gewölbe. Man nimmt an, daß diese Räume als Unterkunft für Pilger dienten. Das Gebäude wurde im 5. Jahrhundert erbaut und fiel im gleichen Jahrhundert einem Feuer zum Opfer.


zurück zum Reisebericht!


01.10.2000 ©Gabriele Berg